Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie Bayern 2026 3.200 Beschäftigte erhöhen in Coburg den Druck auf die Arbeitgeber

Starke Beteiligung bei der zweiten Tarifverhandlung der Metall- und Elektroindustrie Bayern: Rund 3.200 Beschäftigte demonstrierten in Coburg für ihre Forderungen. Arbeitgeberangebot liegt vor.

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27. Oktober 2026 27. Oktober 2026


Rund 3.200 Beschäftigte haben am 27. Oktober die zweite Tarifverhandlung der Metall- und Elektroindustrie Bayern in Coburg begleitet und den Arbeitgebern deutlich gemacht: Die Beschäftigten stehen hinter ihren Forderungen und erwarten Bewegung am Verhandlungstisch. 

Auch die IG Metall Amberg war mit einem starken Zeichen der Solidarität vertreten. Mit zwei Bussen aus der Region reisten Kolleginnen und Kollegen aus den Betrieben der nördlichen Oberpfalz nach Coburg, um der Verhandlungskommission den Rücken zu stärken.

Der Aktionstag begann mit einer Auftaktveranstaltung an der Carl-Kaeser-Straße. Anschließend zogen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einem Demonstrationszug durch Coburg zur zentralen Kundgebung auf dem Schlossplatz.

Die Botschaft der Beschäftigten war eindeutig: Wer eine starke Industrie will, braucht sichere Arbeitsplätze, gute Einkommen und verlässliche Perspektiven für die Zukunft. 

Erstmals in dieser Tarifbewegung legten die Arbeitgeber nun ein Angebot vor: 

Die Arbeitgeber bieten eine einmalige Zahlung in Höhe von 1 Prozent des durchschnittlichen, tariflichen Jahresbrutto in der Branche zum Juli 2027, eine tabellenwirksame Entgelterhöhung von lediglich 1,3 Prozent ab Juli 2028 sowie eine Laufzeit bis Ende 2028 an. Gleichzeitig verbinden sie ihr Angebot mit weiteren Forderungen nach einer Ausweitung der Differenzierung und Debatten über Krankenstände. Zur Kostensenkung wollen sie ein betriebliches Instrument zur Sicherung von Investitionen, Innovationen, Standorten und Beschäftigung einführen.  

Die IG Metall weist das von den Arbeitgebern vorgelegte Angebot als unzureichend zurück. Es bleibt deutlich hinter den Erwartungen der Beschäftigten zurück und enthält keine tragfähige Perspektive für die Zukunft der Standorte und Arbeitsplätze. 

Noch diese Woche, am 31. Oktober, läuft die Friedenspflicht aus. Die IG Metall kündigt an, mit Ablauf der Friedenspflicht durch Warnstreiks den Druck in den Betrieben zu erhöhen, damit die Arbeitgeber ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen, das den Forderungen gerecht wird.


Das Angebot der Arbeitgeber im Detail

Was die Arbeitgeber bieten:

  • Einmalzahlung Mitte 2027: 1 Prozent des durchschnittlichen Jahresbruttos je Tarifgebiet. Automatisch differenzierbar, also nicht für alle sicher, im Juli 2027.
  • Tabellenerhöhung: 1,3 Prozent zum 1. Juli 2028.
  • Laufzeit: 26 Monate bis Ende Dezember 2028.

Was die Arbeitgeber verlangen:

  • Mehr Differenzierung: Die automatische Differenzierung soll ausgeweitet und auf Dauer gestellt werden.
  • Krankenstände: Eine tarifliche Verpflichtung zu Gesprächen über Krankenstände und Maßnahmen zur Senkung der Krankheitskosten.
  • Künstliche Intelligenz: Eine tarifliche Verpflichtung zu Gesprächen über den Einsatz von KI.